Wasserburg. Für den Saisonabschluss der Trainingsgruppen U12 und U14 hat sich Trainer Marinus etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Den TEAM-CUP – ein Wettkampfformat, bei dem sowohl die Kinder als auch die Eltern sich in Teams im 30m-Sprint, Stabweitsprung, Speerwurf und im abschließenden Pendelstaffellauf untereinander messen konnten. Jedes Team bestand dabei aus vier Teilnehmern – jeweils einem Elternteil aus zwei unterschiedlichen Familien samt dem eigenem Kind. Die Kinder hatten dabei die Aufgabe, ihre Eltern technisch anzuleiten und zu korrigieren, damit möglichst viele Punkte fürs eigene Team gesammelt werden konnten.
Ähnlich wie bei den Wendelstein-Cupwettkämpfen wechselte jede Gruppe von Station zu Station, um sich ihre Leistungen ins Ergebnisprotokoll eintragen zu lassen. Beim fliegenden Sprint sprinteten die Teilnehmer aus freiem Anlauf mit maximalem Tempo eine Strecke von 30 Metern entlang. Mit 3,90sec lief Finja Ott von allen jungen Teilnehmern die schnellste Zeit, bei den Erwachsenen wiederum Elias‘ Vater René Charné mit 3,82sec, knapp vor Nils Rübestahl mit 3,84sec.
Beim Stabweitsprung galt es mit einem Stab in beiden Händen vor der Weitsprunganlage Anlauf zu nehmen, in einen Reifen einzustechen und einbeinig möglichst weit zu springen. Die Weite wurde in Zonen abgelesen und eingetragen (jede Zone entsprach dabei einer Weite von 15 Zentimetern). Von den Kindern schaffte Leonhard Gaßner es als einziger Athlet in Zone 15 zu springen, dicht gefolgt von Olivia May und Finja Ott (jeweils Zone 13). Jonas‘ Papa, Hansi Mader, sicherte sich bei dieser Disziplin aufgrund seiner spektakulären Flugeinlagen den Sonderapplaus der umstehenden Zuschauer – ein Glück, dass er dabei unverletzt blieb.
Auf zwei Speerwurfanlagen flogen die Speere. Wie in alten Wasserburger Leichtathletik-Zeiten schleuderte Michael Höchstetter den 800g-Männer-Speer auf über 30 Meter (30,61m). Bei den Frauen warf Monika Kronast den 600g-Speer am weitesten – gute 14,75m notierten die Kampfrichter. U12/W10-Athletin Emma Neumann, die erst vergangene Woche im Training das erste Mal den 400g-Speer in die Hand genommen hatte, freute sich über gute 10,10m, dicht gefolgt von Maria Steffinger (W10/U12) mit exakt 10 Metern.
Nach einer kurzen Erholungspause, die für den Aufbau der Pendelstaffel-Strecken genutzt wurde, mussten alle Teams noch einmal auf der Tartanbahn gegeneinander bzw. gegen die Zeit antreten. Jeder Läufer hatte die Aufgabe, einen Staffelstab auf die andere Seite der 30m langen Strecke zu befördern, wo bereits ein Teammitglied wartete. Dieses wiederum durchlief eine Slalomstrecke in die entgegengesetzte Richtung und übergab den Staffelstab erneut. Drei Teams schafften es unter 60sec ins Ziel zu laufen – die schnellste Zeit erzielte das Team um Elias Königbauer/René Charné und Robert Teufel mit Sohn Leonhard Gaßner mit 56,10sec.
Obwohl der Spaß bei dieser Veranstaltung im Vordergrund stand, merkte man den Teilnehmern an, dass sie bereit waren, für gute Leistungen alles zu geben. Bewundernswert, wie die Erwachsenen dabei versuchten, in dieser eher ungewohnten Konstellation die Tipps und Verbesserungsratschläge der Kinder umzusetzen.
Es siegte das Familiengespann Schimplingseder-Ott um Lina und Horst Schimpflingseder sowie Finja und Günter Ott (der zwischenzeitlich verletzungsbedingt durch Finjas Mama Ulrike vertreten werden musste), vor dem Team „Rübenwürfli“ mit Nils/Noah Rübestahl und Myriam/Jeremias Rodriguez-Wülfing und „1-2-3-wir-sind-dabei“ mit Melanie Finn/Stefan Fridgen/Eva und Thomas Rapolder. Sie und die übrigen teilnehmenden Teams durften sich über Medaillen und Urkunden freuen.
Bevor der Grill angeschmissen und das Buffet geplündert wurde, hatten die Eltern und Kinder für das Trainergespann noch eine besondere Überraschung im Gepäck: Nichtsahnend sollten Jürgen, Daniela und Marinus auch noch aktiv werden und fünf ‚Spezial-Disziplinen‘ absolvieren. Wie im klassischen Leichtathletik-Fünfkampf mussten sie einen selbstgebauten kurzen Holzspeer nach hinten durch die Beine auf Weite schleudern, mit dem Hula-Hoop-Reifen viele Hüftschwünge schaffen, eine saubere Rolle vorwärts ausführen, aus einem Stück Karton einen flugfähige Konstruktion fertigen und – besonders leichtathletiktypisch – mit einem Basketball am Fuß diesen möglichst lange jonglieren. Erwartungsgemäß ging der ein oder andere Versuch der Beteiligten nach hinten los, was besonders zur Erheiterung des Publikums beitrug. Aber auch die Trainer hatten ihren Spaß und wurden alle mit einem Wiesn‘-Lebkuchenherz ausgezeichnet. Ob ihre Leistungen für die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 ausreichend sind, steht wiederum auf einem anderen Blatt geschrieben… (aber bis dahin sind es ja noch ein paar Monate).
Bericht/Fotos: Marinus Zimmer















