Den Abstand verringern
Wasserburg gastiert am Samstag, 14 Uhr, in Geretsried
Lange Zeit sah es so aus, also ob für die Fußballer des TSV 1880 Wasserburg die Rückrunde lediglich dazu gewesen wäre, um sich für die kommende Saison einzuspielen. Zu weit enteilt waren die beiden führenden Teams aus Schwaig und Geretsried, die phasenweise alles gewannen. Seit dem vergangenen Wochenende ist die Lage anders: Schwaig ist immer noch unaufhaltsam und eilt von Sieg zu Sieg, Geretsried aber verlor in Rosenheim mit 0:4, wodurch die Löwen den Abstand auf den Tabellenzweiten auf acht Punkte minimieren konnten. Am Samstag, 14 Uhr, haben die Innstädter im direkten Duell beim den TuS Gerestried die Chance, den Rückstand weiter zu reduzieren und der Saison somit eine neue Spannung zu verleihen.
„Die Konstellation hat sich verändert. Wir wissen schon, dass wir mit einem Sieg den Abstand auf fünf Punkte verkürzen können. Das ist auch unser Ziel. Demzufolge kann man schon von einem kleinen Showdown reden“, weiß Trainer Florian Heller, der für die Arithmetik nicht den Taschenrechner auspacken musste. Gewinnen die Löwen, braucht es auch kein Fernglas mehr, dann ist die Saison wieder offen, denn abgesehen von Schwaig hat jedes Team im Laufe eines Spieljahres irgendwann eine Schwächephase. Wasserburg hatte seine im ausgehenden Hochsommer, die von Geretsried könnte jetzt beginnen, zumal der TuS zuletzt auch in Schwaig verlor.
Um in Geretsried zu gewinnen, braucht der Tabellendritte der Landesliga Südost einen Sahnetag: „Wir wollen ein gutes Spiel auf den Platz bringen. Ich hoffe, dass die Jungs eine gute Leistung abliefern können, dass wir sie gut auf den Gegner und das Spiel einstellen können. Hoffentlich belohnen wir uns am Schluss mit drei Punkten“, so Heller. TuS-Trainer Daniel Dittmann hat Wasserburg in Garching beobachtet, was er da gesehen hat, muss ihm keine Sorge bereiten. Garching war jedoch nach dem Winter das schwächste Spiel der Innstädter, die mit vier Siegen und einem Unentschieden nahezu optimal gepunktet haben. Seit wieder mehr Spieler zurück sind und die Löwen gesunden, ist eine neue Dynamik in der Mannschaft. Es hat sich ein stabiler Kern gebildet, der anschiebt und gewinnen will.
Die Wasserburger Hintermannschaft ließ nach dem Winter nicht viel anbrennen, Verteidiger Dominik Brich lobte zuletzt vor allem auch die Stürmer, die viel in die Defensive investieren. In Geretsried kommt auf die Verteidigung Schwerstarbeit zu, denn mit Srdan Ivkovic und Belmin Idrizovic kann Dittmann vorne auf das produktivste Duo der Liga zählen. Ivkovic hat mehr Tore als Spiele (26 Treffer bei 25 Einsätzen) und Idrizovic mit 36 Scorerpunkten (20 Tore, 16 Assists) die meisten der gesamten Liga. Der Auftrag ist klar: Diese Tormaschinen müssen gestoppt werden.
Wasserburg weiß wie kaum ein anderes Team wie es ist, wenn man schon fast durch ist, das Schicksal einem aber noch einmal ein Schnippchen schlägt. In Geretsried ist ihre Chance, das Pendel in die andere Richtung ausschlagen zu lassen und Druck aufzubauen, um der Saison eine Volte zu verpassen, an die vor Wochen keiner gedacht hätte.
jah